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    Reservierungssysteme für die Gastronomie: Kostenmodelle und Auswahlcheckliste

    Von der Redaktion von Len DigitalVeröffentlicht am 14 min Lesezeit
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    Was kostet ein Reservierungssystem in der Gastronomie?

    Eine Zahl gibt es nicht, weil die Anbieter unterschiedlich abrechnen: manche einen festen Betrag im Monat, manche je Gast oder je vermittelter Buchung, dazu je nach Vertrag Einrichtung, SMS-Versand und Gebühren rund um Anzahlungen. Vergleichbar werden Angebote erst, wenn du sie auf deine eigenen Zahlen umrechnest – auf die Zahl der Reservierungen und den Anteil, der wirklich über das System kommt. Dieser Ratgeber ordnet die Modelle ein und stellt eine Checkliste der Posten und Fragen bereit, die vor der Auswahl beantwortet sein sollten. Er bewertet keine einzelnen Anbieter und nennt keine Marktpreise: Was für dich gilt, steht in deinem Angebot.
    Reservierungsmodell prüfen lassen

    Warum sich Angebote so schwer vergleichen lassen

    Zwei Angebote für dasselbe Reservierungssystem können völlig unterschiedlich aussehen und trotzdem beide korrekt sein. Der Grund ist nicht Intransparenz, sondern eine echte Modellfrage: Das eine Angebot verkauft dir ein Werkzeug, das andere verkauft dir Gäste.

    Wer einen festen Betrag im Monat nimmt, verdient unabhängig davon, wie viele Reservierungen darüber laufen. Wer je Gast oder je vermittelter Buchung abrechnet, verdient mit deinem Erfolg – und mit deiner Auslastung steigen die Kosten mit.

    Beides kann richtig sein. Falsch wird es erst, wenn du zwei Modelle vergleichst, ohne sie auf dieselbe Grundlage zu bringen.


    Die Kostenblöcke, die in jedem Angebot stehen sollten

    KostenblockWas dahinterstecktWorauf du achten solltest
    GrundgebührFester Betrag je Monat oder Jahr, oft gestaffelt nach FunktionsumfangIst der Betrag unabhängig von der Auslastung? Was fällt in der Nebensaison an?
    Nutzungsabhängiger AnteilPreis je Gast, je Reservierung oder je vermittelter BuchungWird jede Reservierung berechnet oder nur die, die über das Portal des Anbieters kommt? Zählen Absagen und No-Shows mit?
    EinrichtungEinmalige Gebühr für Konfiguration, Schulung, DatenübernahmeIst die Einrichtung im Preis enthalten oder separat? Wer pflegt Tische, Zeitfenster und Regeln ein?
    Migration und DatenübernahmeÜbernahme bestehender Gäste-, Reservierungs- und Stammdaten aus dem alten SystemWird übernommen oder neu erfasst? In welchem Format kommen die Altdaten, und wer bereitet sie auf? Was kostet eine zweite Runde, wenn die erste unvollständig war?
    Schnittstellen und HardwareVerbindung zu Kasse, Website, Google oder Bewertungsdiensten; Tablets, Drucker, HalterungenIst die Schnittstelle im Preis enthalten, kostet sie extra oder gibt es sie gar nicht? Wird Hardware gekauft, gemietet oder gestellt – und was passiert damit am Vertragsende?
    NachrichtenversandSMS, teils auch E-Mail-Kontingente für Bestätigung und ErinnerungWird je Nachricht abgerechnet? Lässt sich SMS abschalten, ohne die Erinnerung zu verlieren?
    Anzahlungen und ZahlungsgebührenGebühren des Zahlungsdienstleisters, wenn Anzahlungen oder No-Show-Gebühren eingezogen werdenWer ist Vertragspartner der Zahlung? Was passiert bei Rückerstattung?
    Support und ReaktionszeitenErreichbarkeit, Kanäle und zugesagte Reaktionszeiten, teils als eigenes ServicepaketIst Support enthalten oder ein Aufpreis? Gilt er auch am Wochenende und abends – also dann, wenn Reservierungen anfallen? Steht eine Reaktionszeit im Vertrag oder nur auf der Website?
    Nutzer, Standorte, ZusatzmodulePreis je weiterem Standort, je Benutzerkonto oder je ModulWächst der Preis mit dem Team? Was kostet der zweite Standort?
    Vertragsende: Kündigung und DatenexportLaufzeit, Kündigungsfrist, Verlängerung – und was beim Export der eigenen Daten anfälltKostet ein vollständiger Export extra? In welchem Format kommt er? Wie lange bleiben die Daten nach Vertragsende abrufbar, und wann werden sie gelöscht?

    Diese Aufstellung deckt ab, was in Angeboten regelmäßig auftaucht. Vollständig ist eine solche Liste nie – ein Angebot kann Posten enthalten, die hier nicht stehen, und manche Anbieter fassen mehrere Blöcke zu einem Paketpreis zusammen. Der Zweck der Liste ist deshalb nicht, alles zu kennen, sondern nichts zu übersehen: Was du in einem Angebot keinem Block zuordnen kannst, fragst du nach.


    Fixpreis oder Preis je Buchung: die eine Rechnung, die die Entscheidung trägt

    Rechne beide Modelle auf denselben Zeitraum. Du brauchst dafür nur zwei Zahlen aus deinem eigenen Betrieb:

    1.Wie viele Reservierungen hast du pro Monat? Nimm einen durchschnittlichen Monat, nicht den besten.

    2.Welcher Anteil davon würde über das System laufen? Nicht alle. Stammgäste rufen weiter an, Laufkundschaft reserviert gar nicht.

    Aus diesen Zahlen ergibt sich für jedes Angebot eine Monatssumme. Der Punkt, an dem der nutzungsabhängige Preis die Fixgebühr übersteigt, ist deine Entscheidungsgrenze – oberhalb davon wird das nutzungsabhängige Modell teurer, unterhalb günstiger.

    Rechne beide Fälle zusätzlich für zwei Szenarien durch: einen schwachen Monat und deinen stärksten. Ein Modell, das im starken Monat weh tut, ist genau dann teuer, wenn du am wenigsten Zeit hast, darüber nachzudenken.

    Nimm für diese Rechnung ausschließlich Zahlen aus deinen eigenen Angeboten. Marktpreise stehen hier bewusst keine: Sie ändern sich, sie hängen an Tarif und Verhandlung, und eine Zahl in einem Ratgeber wäre für deine Entscheidung wertlos.


    „Ohne Provision“: was der Begriff meint und was nicht

    „Ohne Provision“ heißt in der Regel: Es fällt keine Gebühr je vermittelter Buchung an. Das ist ein echter Unterschied zu Portalen, die für jeden Gast kassieren, den sie schicken.

    Es heißt aber nicht „kostenlos“. Auch ein provisionsfreies System hat in aller Regel eine Grundgebühr, Einrichtungsaufwand und laufende Pflege. Und ein eigener Reservierungsweg auf deiner Website bringt von sich aus keine Reichweite: Wer dich nicht kennt, findet dich darüber nicht.

    Die ehrliche Einordnung lautet deshalb: Provisionsfrei ist eine Frage der Kostenstruktur, nicht der Wirtschaftlichkeit. Ob sich der Wechsel lohnt, entscheidet sich daran, wie viele Gäste heute über ein Portal kommen und wie viele davon dich ohnehin schon kannten.

    Wenn du beides parallel fährst und nach einigen Wochen vergleichst, wie sich die Reservierungen auf die Wege verteilen, hast du eine belastbare Grundlage. Die Zahlen dazu liefert dein Betrieb, nicht ein Vergleichstext.


    Fragen, die vor der Auswahl beantwortet sein sollten

    Wem gehören die Gästedaten?

    Kläre vor Vertragsschluss, ob du die Reservierungs- und Kontaktdaten deiner Gäste jederzeit vollständig exportieren kannst und in welchem Format. Ein System, aus dem du deine Daten nur mühsam wieder herausbekommst, ist ein System, das du nur mühsam wieder verlässt.

    Dazu gehört auch die datenschutzrechtliche Seite: Wer ist Verantwortlicher, wer Auftragsverarbeiter, und liegt ein Vertrag dazu vor? Was ein solcher Vertrag regeln muss, steht in Art. 28 DSGVO – darunter ausdrücklich, was am Ende der Verarbeitung mit den Daten geschieht: löschen oder zurückgeben, nach deiner Wahl [Quelle 1]. Genau diese Klausel ist der Hebel für die Exportfrage oben. Wie sie in deinem Fall auszulegen ist, gehört zu deiner Rechtsberatung, nicht zum Vertrieb des Anbieters.

    Was passiert bei Storno und No-Show?

    Zählt eine stornierte Reservierung für die Abrechnung? Wird eine No-Show berechnet? Bei nutzungsabhängigen Modellen entscheidet diese Frage über spürbare Beträge.

    Was löst du aus, wenn du Anzahlungen einziehst?

    Sobald Gäste online eine Anzahlung oder eine No-Show-Gebühr leisten, ist das ein entgeltlicher Vertrag im elektronischen Geschäftsverkehr mit Verbrauchern. Daran hängen eigene Pflichten – unter anderem die Beschriftung der Schaltfläche, mit der bestellt wird, und die Angaben, die unmittelbar davor stehen müssen (§ 312j BGB) [Quelle 2]. Ob ein System das sauber umsetzt, siehst du nicht im Preisblatt, sondern nur im Testdurchlauf. Die rechtliche Bewertung gehört zu deiner Beratung; in den Vergleich gehört die Frage trotzdem, weil sie über die Nutzbarkeit der Funktion entscheidet.

    Wie lange bindet dich der Vertrag?

    Laufzeit, Kündigungsfrist und Preisanpassungsklauseln gehören in den Vergleich. Ein günstiger Einstiegspreis mit langer Bindung kann teurer sein als ein höherer Preis mit monatlicher Kündbarkeit. Für Verträge mit Verbrauchern zieht § 309 Nr. 9 BGB Grenzen für Laufzeit, stillschweigende Verlängerung und Kündigungsfrist [Quelle 3]; im Geschäftsverkehr gilt die Vorschrift nicht unmittelbar – ein Restaurant schließt den Vertrag als Unternehmer. Erwarte diese Grenzen also nicht automatisch, sondern lies, was in deinem Vertrag steht.

    Welche Abhängigkeiten entstehen?

    Wenn Reservierung, Gästekommunikation und Bewertungsanfragen im selben System liegen, ist ein Wechsel später kein Werkzeugtausch mehr, sondern ein Projekt. Das ist kein Argument dagegen – aber eines dafür, es vorher zu wissen.

    Passt es zu deinem Ablauf, oder passt dein Ablauf sich an?

    Zeitfenster, Verweildauer, Vorlauf, Sperrzeiten: Wenn ein System deine Regeln nicht abbilden kann, wirst du entweder deine Regeln ändern oder das System umgehen. Beides kostet mehr als die Lizenz.


    Wann ein eigener Reservierungsweg die bessere Antwort ist

    Ein fertiges System ist der schnellere Weg, solange dein Ablauf zu seinen Möglichkeiten passt. Sobald du Regeln brauchst, die es nicht kennt – ungewöhnliche Zeitfenster, mehrere Bereiche mit eigener Logik, eine Ansicht, die dein Team wirklich nutzt –, wird die Anpassung an das Werkzeug teurer als eine eigene Oberfläche.

    Diese Grenze lässt sich nicht allgemein ziehen, und eine Faustformel dafür gibt es nicht – eine Zahl wie „ab drei Abweichungen“ wäre hier erfunden. Die brauchbarere Prüfung ist deshalb keine Zählung, sondern eine Gewichtung: Notiere in der Demo jeden Punkt, an dem du „das machen wir dann eben anders“ denkst, und markiere davon die, die einen täglichen Ablauf betreffen. Bleiben dort Punkte übrig, die dein Team jeden Dienst spüren würde, lohnt der Vergleich mit einer eigenen Lösung.

    Wie das bei uns läuft, steht auf der Seite zum Reservierungssystem für die Gastronomie: Wir richten ein bewährtes Werkzeug ein oder entwickeln die Reservierung passend zu deinem Ablauf – und sagen dir im Erstgespräch, welcher der beiden Wege bei dir der kürzere ist. Was vorher im Betrieb feststehen muss, steht im Ratgeber zur Online-Tischreservierung mit Ablauf und Checkliste.


    In vier Schritten zur Entscheidung

    1.Zahlen sammeln: Reservierungen pro Monat, Anteil über das System, stärkster und schwächster Monat.

    2.Angebote auf die Kostenblöcke oben herunterbrechen – auch auf die, die im Angebot gar nicht auftauchen. Was fehlt, nachfragen.

    3.Beide Szenarien rechnen: schwacher Monat, starker Monat. Erst dann vergleichen.

    4.Die Fragen aus dem Abschnitt oben stellen und die Antworten schriftlich geben lassen.

    Wer diese vier Schritte geht, trifft die Entscheidung anhand seines eigenen Betriebs – und nicht anhand der Zahl, die im Angebot am größten gedruckt ist.

    Häufige Fragen

    Was kostet ein Reservierungssystem für die Gastronomie im Monat?

    Eine allgemeingültige Zahl gibt es nicht, und sie stünde hier auch nicht: Die Modelle unterscheiden sich zu stark, und Preise hängen an Tarif und Verhandlung. Belastbar wird der Vergleich erst, wenn du die vorliegenden Angebote auf die einzelnen Kostenblöcke herunterbrichst – Grundgebühr, nutzungsabhängiger Anteil, Einrichtung, Migration, Schnittstellen, Nachrichten, Zahlungsgebühren, Support, Nutzer und Standorte sowie das Vertragsende – und sie mit deinen eigenen Reservierungszahlen für einen schwachen und einen starken Monat durchrechnest.

    Was bedeutet „Reservierungssystem ohne Provision“?

    In der Regel, dass keine Gebühr je vermittelter Buchung anfällt. Kostenlos ist ein solches System deshalb nicht: Grundgebühr, Einrichtung und laufende Pflege bleiben, und Reichweite bringt ein eigener Reservierungsweg von sich aus nicht. Ob sich der Wechsel rechnet, hängt daran, wie viele Gäste heute über ein Portal kommen und wie viele davon dich ohnehin kannten.

    Ist ein Fixpreis oder die Abrechnung je Gast günstiger?

    Das entscheidet deine Auslastung. Unterhalb einer bestimmten Zahl an Reservierungen ist das nutzungsabhängige Modell günstiger, oberhalb das Fixmodell. Diese Grenze ist für jeden Betrieb eine andere – rechne sie mit deinen eigenen Zahlen aus, und rechne den stärksten Monat mit.

    Worauf sollte ich bei den Gästedaten achten?

    Auf zwei Dinge: ob du die Daten jederzeit vollständig und in einem brauchbaren Format exportieren kannst, und wie die datenschutzrechtlichen Rollen geregelt sind. Wer Verantwortlicher und wer Auftragsverarbeiter ist und ob ein entsprechender Vertrag vorliegt, klärst du mit deiner Rechtsberatung.

    Braucht mein Restaurant überhaupt ein Reservierungssystem?

    Nur, wenn bei euch reserviert wird und diese Reservierungen heute Zeit im Service kosten. Wo ohne Reservierung gearbeitet wird, entsteht durch ein System nur Pflegeaufwand. Die Anhaltspunkte für diese Entscheidung stehen im Ratgeber zur Online-Tischreservierung.

    Bewertet dieser Ratgeber einzelne Anbieter?

    Nein, bewusst nicht. Über Funktionsumfang und Konditionen einzelner Anbieter liegt uns nichts vor, was wir belegen könnten, und Konditionen ändern sich. Verglichen werden hier ausschließlich die Kostenmodelle und die Fragen, die in jedem Angebot beantwortet sein sollten.

    Quellen

    Möchtest du dein Restaurant digital sichtbarer machen?

    In einem kostenlosen Erstgespräch prüfen wir, welche Maßnahmen zu deinem Restaurant, deinem Standort und deinen Zielen passen.

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