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    Eigenes Online-Bestellsystem oder Lieferplattform: Unterschiede und Entscheidungskriterien

    Von der Redaktion von Len DigitalVeröffentlicht am 10 min Lesezeit
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    Sollte ich einen eigenen Bestellweg aufbauen?

    Wenn ein spürbarer Teil deiner Bestellungen von wiederkehrenden Gästen kommt und du bereits ohne Plattform gefunden wirst, kann sich ein eigener Weg rechnen. Ob er das tut, entscheidet die Rechnung weiter unten mit deinen Zahlen. Wenn deine Reichweite fast vollständig von der Plattform kommt, ersetzt ein eigener Kanal sie nicht. Wir bauen den Direktkanal und richten auf Wunsch auch die Plattformprofile ein – und sagen dir vorher, welcher Weg bei dir zuerst dran ist.
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    Zwei Wege, zwei Aufgaben

    Eine Lieferplattform ist ein Marktplatz. Sie bringt Menschen, die dich nicht kennen, und lässt sich das bezahlen. Ein eigener Bestellweg ist ein Kanal. Er bringt niemanden neu, und er kostet keine Vermittlungsgebühr je Bestellung. Umsonst ist er deshalb nicht: Einrichtung und laufender Betrieb bleiben, und je nach Umfang kommen Software-, Zahlungs- oder Transaktionskosten dazu – etwa sobald online bezahlt werden soll.

    Die Frage ist deshalb nie „entweder oder“, sondern: Welcher Anteil deiner Bestellungen käme auch ohne die Plattform?


    Was die Plattform leistet

    • Reichweite. Menschen suchen dort nach Essen, nicht nach deinem Restaurant.
    • Fertige Abläufe. Bestellannahme, Statusmeldungen und oft die Lieferlogistik sind gelöst.
    • Vertrauen. Bezahlung und Beschwerdeweg sind Gästen bekannt.

    Der Preis dafür sind je nach Anbieter und Tarif Vermittlungsgebühren, wenig Gestaltungsspielraum und – abhängig vom Vertrag – eine Kundenbeziehung, die überwiegend bei der Plattform liegt. Welche Daten du zu deinen Bestellungen bekommst, regelt derselbe Vertrag.


    Was der eigene Weg leistet

    • Keine Vermittlungsgebühr an ein Portal. Dafür bleiben Einrichtung und laufender Betrieb, und je nach Umfang weitere Kosten – etwa für einen Zahlungsanbieter, falls online bezahlt werden soll.
    • Deine Karte, deine Regeln. Struktur, Varianten, Zeitfenster und Verfügbarkeiten legst du fest.
    • Direkter Draht. Wer bei dir bestellt, bestellt bei dir.

    Der Preis dafür: Du musst die Bestellungen selbst annehmen, und du musst dafür sorgen, dass Gäste den Weg überhaupt finden.


    Die Rechnung, die die Entscheidung trägt

    Nimm einen durchschnittlichen Monat und beantworte drei Fragen:

    1.Wie viele Bestellungen kamen über die Plattform?

    2.Welcher Anteil davon war von wiederkehrenden Gästen?

    3.Wie hoch war die Summe der Vermittlungsgebühren auf diesen Anteil?

    Punkt drei ist der Betrag, der bei einem eigenen Weg potenziell im Haus bleibt – aber nur für den Teil der Gäste, der tatsächlich wechselt, und abzüglich der Kosten des eigenen Kanals. Rechne konservativ. Wenn diese Summe den einmaligen Aufwand und den laufenden Betrieb innerhalb eines überschaubaren Zeitraums trägt, ist die Entscheidung klar. Wenn nicht, warte.

    Die genauen Konditionen stehen in deinem Vertrag mit der jeweiligen Plattform – und nur dort. Sie unterscheiden sich nach Anbieter, Region und Leistungsumfang.


    Drei Bestellwege im Vergleich

    Abholung über eigene SeiteQR-Bestellung am TischLieferplattform
    Bringt neue Gästeneinneinja
    Vermittlungsgebühr je Bestellungneinneinje nach Anbieter und Tarif
    Laufende Kosten des KanalsEinrichtung und BetriebEinrichtung und Betriebim Gebührenmodell enthalten
    Aufwand im BetriebAnnahme und AbholungAnnahme und ServiceAnnahme
    Lieferungneinneinje nach Anbieter
    Braucht bestehende Sichtbarkeitjanein, Gäste sind vor Ortnein

    Die Zeile „braucht bestehende Sichtbarkeit“ ist die wichtigste. Ein eigener Bestellweg ohne Website und ohne gepflegtes Google-Profil bleibt leer.


    Was ein Bestellweg technisch braucht

    • Varianten, die zur Küche passen. Größen, Schärfe, Beilagen, Ausschlüsse. Was in der Küche zu einer Rückfrage führt, gehört als Auswahl ins Formular.
    • Zeitfenster für die Abholung. „So schnell wie möglich“ ist in der Stoßzeit ein Versprechen, das niemand halten kann.
    • Kapazität je Fenster. Sonst stapeln sich zwölf Bestellungen auf dieselbe Viertelstunde.
    • Eine Annahme durch den Betrieb. Eine Bestellung, die automatisch als angenommen gilt, wird zum Problem, sobald etwas ausverkauft ist.
    • Eine Übersicht für Küche und Service. Offen, angenommen, fertig – mehr Zustände braucht es selten.

    Was ein Bestellweg ausdrücklich nicht ist

    Ein Bestellsystem ist kein Kassensystem. Die Belegausgabepflicht und die Anforderungen an die technische Sicherheitseinrichtung erklärt das Bundesministerium der Finanzen [Quelle 1]; die technischen Vorgaben selbst stehen in der Kassensicherungsverordnung [Quelle 2]. Wer beides vermischt, baut sich ein Problem, das erst bei der nächsten Prüfung sichtbar wird.

    Wichtig ist dabei die Richtung der Aussage: Ein Bestellweg liefert keine Kassen-, TSE- oder Fiskalaufzeichnungsfunktion. Daraus folgt nicht, dass das Thema für deinen Betrieb erledigt wäre. Wie ein zusätzlicher Bestellweg in deine Kassenführung eingeordnet wird, klärst du mit deiner Steuerberatung und dem Hersteller deiner Kasse – am besten vor dem Start, nicht danach.


    Und die Karte?

    Beide Wege leben von einer Karte, die auf kleinen Bildschirmen lesbar ist: kurze Beschreibungen, verständliche Kategorien, sichtbare Preise. Eine PDF-Karte zum Zoomen funktioniert weder auf der Plattform noch im eigenen Kanal.

    Für die Frage, welche Form der digitalen Karte zu deinem Betrieb passt, gibt es einen eigenen Ratgeber: Digitale Speisekarte erstellen.

    Häufige Fragen

    Kann ich Plattform und eigenen Weg parallel betreiben?

    Ja, und für viele Betriebe kann genau das der sinnvolle Zustand sein. Die Plattform bringt neue Gäste, der eigene Weg bedient die, die dich schon kennen.

    Brauche ich für Abholung eine Bezahlfunktion?

    Nicht zwingend. Der einfachste Start ist Bezahlung bei Abholung – das reduziert Aufwand und rechtliche Fragen erheblich. Online-Zahlung ist ein eigenes Vorhaben: Wir wickeln keine Zahlungen selbst ab; die Anbindung eines etablierten Zahlungsanbieters kommt nur nach technischer und rechtlicher Prüfung infrage und bringt eigene Kosten je Transaktion mit.

    Wie bekommen Gäste den eigenen Bestellweg mit?

    Über Website, Google-Unternehmensprofil, Social Media, den Beileger in der Tüte und einen Hinweis auf der Speisekarte. Im Unternehmensprofil lassen sich Links für Bestellung und Reservierung hinterlegen; welche das sind und wie sie dorthin kommen, beschreibt die Google-Hilfe [Quelle 3]. Ohne diese Hinweise bleibt der Kanal unsichtbar.

    Quellen

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